Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (LFK)

„Wenn etwas nicht funktioniert, mach etwas anderes“

(nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg)

Was bedeutet lösungsfokussierte Therapie bzw. lösungsfokussiertes Coaching?

Die Lösung steht im Mittelpunkt, nicht das Problem und dessen Entstehungsgeschichte. Die Annahme dahinter ist, dass Probleme – egal wie lange man sie erforscht – nicht automatisch etwas über eine mögliche Lösung aussagen. Auch Leute, die ihre Probleme lange Zeit analysiert haben, sind oft noch weit von einer praktischen Lösung entfernt.

Bei dieser Therapieform, die gleichzeitig auch eine hervorragende Coachingmethode darstellt,  untersuchen wir, welche Vorstellungen ein Mensch von einem Zustand ohne Beschwerden hat und konzentrieren uns auf Ressourcen, Lösungen und Ausnahmen.

Eine der Methoden ist die sog. „Wunderfrage“, bei der sich Klienten ein Wunder vorstellen, und sich in allen Details ausmalen, wie es wäre, wenn das Problem gelöst ist. Dabei werden oft sehr klare Handlungsmöglichkeiten beschrieben, auf denen man aufbauen kann.

Weiterhin arbeiten wir mit Ausnahmen: Das Leben ist eine permanente Veränderung, d.h. auch in der Intensität des Problems gibt es verschiedene Grade, es gibt Ausnahmen – Zeiten in denen das Problem weniger bzw. nicht auftritt. Für manche Klienten ist es leichter, etwas, das sie schon gemacht haben, zu wiederholen, als etwas ganz Neues anzufangen. Aus diesem Grund wird versucht, die Ausnahmen – so klein sie auch sind – zu wiederholen. Kleine Veränderungen führen zu großen Veränderungen.

Durch eine konsequente Betonung der Stärken der Klienten erhöht sich deren Motivation und es ist leichter, aus einer möglichen Opferrolle herauszufinden. Klienten stärken heißt, ihnen zu helfen, die große Stärke in sich selbst, in ihrer Familie und in ihrem sozialen Netz zu entdecken. Jeder ist selbst Experte für sein Problem und auch für eine mögliche Lösung.

Beispiel aus der Praxis

IMG_2348Eine 35jährige Frau möchte mit dem Rauchen aufhören, und hat es bisher insgesamt drei Mal für jeweils 7 – 15 Tage geschafft, danach wurde sie wieder rückfällig. Wir erarbeiten zuerst, wie es wäre, wenn sie es „wie durch ein Wunder“ schaffen würde, ganz aufzuhören und was sie stattdessen machen würde. Sie entwickelt ein sehr attraktives Zielbild von sich selbst als gesunde, sportliche, genussfähige und attraktive Nichtraucherin.

Danach besprechen wir, wie die Zeiten waren, in denen sie es bereits geschafft hat, für eine gewisse Zeit aufzuhören und was jeweils zum Rückfall führte – in ihrem Fall Konflikte in Partnerschaft und Beruf. Ich bestärke sie in dem Wissen „ich habe es schon geschafft“ und sie findet Strategien, die ihr helfen, das attraktive Selbstbild zu erreichen. Um Rückfällen vorzubeugen erarbeiten wir alternative Verhaltensweisen, wie sie gut mit aktuellen Konflikten umgehen bzw. sich schützen kann. Sie setzt sich kleine Schritte, so dass sie jeden Tag ohne Zigarette als Erfolg verbuchen kann.

Die LFK ist Teil unserer Praxis- bzw. Komplettausbildung Psychotherapie HPG und kann nach Absprache jetzt auch einzeln gebucht werden.

Termin:

19. – 20.11.2016, Sa. 9 – 18.30 Uhr und So. 9 – 14.30 Uhr