EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing

Was ist EMDR?

EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing.

Genutzt wird die EMDR v.a. zur Behandlung von Traumata und anderen schmerzlichen Erinnerungen und den vielfältigen Symptomen und Störungen, die dadurch ausgelöst werden können, z. B. Posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen, Angstsymptome, dissoziative Störungen, Abhängigkeit…

Wenn wir uns an „normale“ Erlebnisse aus der Vergangenheit erinnern, sind in der Regel viele Bereiche unseres Gehirns beteiligt. Anders ist es bei traumatischen Erlebnissen. Der Organismus reagiert i.d.R. mit Angriff, Flucht oder dem Totstellreflex (Fight, Flight, Freeze). Das logische Denken und die Sprache sind dabei nebensächlich und werden „ausgeschaltet“. Das Trauma wird daher häufig nicht als vernetztes Ganzes im Gehirn abgespeichert, sondern in fragmentierten Teilen (blockierte „Fehlspeicherung“).

EMDR nutzt die bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, kinästhetische oder auditive Hilfen), um das Selbstheilungssystem des Gehirns zu aktivieren und eine Verarbeitung der belastenden Erinnerung zu ermöglichen. In Studien wurde nachgewiesen, dass durch EMDR die Blockaden im Gehirn aufgelöst und die fehlgespeicherten Informationen integriert werden. Forschungsergebnisse zeigen eine Aktivierung des Parasympathikus und die damit verbundenen zentralen Hirnstrukturen (Sack, 2008). Ebenfalls wirken beim EMDR Mechanismen, die den Zugang zu Erinnerungsfragmenten im Gehirn erleichtern (Maxfield, 2008).

Wie ist das Vorgehen bei EMDR?

BurgWährend der EMDR-Behandlung werden die Klienten angeleitet, mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu treten, während gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit auf die äußere bilaterale Stimulation gerichtet wird. Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung erleben die Klienten eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die körperlichen Symptome nehmen ab und negative Gedanken können neu und positiver umformuliert werden, negative Gefühle werden neutralisiert bzw. verbessert.

Beim therapeutischen Vorgehen werden oft zuerst die auslösenden Ereignisse der Vergangenheit angesprochen. Dabei wird immer wieder überprüft, ob die bearbeiteten Erinnerungen erfolgreich integriert wurden. Die Verarbeitung erfolgt durch bilaterale Stimulation (v.a. über Augenbewegungen und Berührungen), während die Klienten sich auf die Belastung konzentrieren. Nach einem „Set“ von Augenbewegungen (oder anderen Formen der Stimulation) beschreiben die Klienten, was sie jetzt wahrnehmen und ob Veränderungen aufgetreten sind. Zusätzlich können Ressourcen „eingeflochten“ werden, z.B. hilfreiche Informationen, Unterstützung für das jüngere Selbst, neue Kognitionen…

Am Ende der EMDR-Sitzung sollten die Klienten bei Bedarf Distanzierungstechniken (z.B. die Tresorübung) einsetzen können. Ziel ist dabei, dass sie die Sitzung gestärkt und ermutigt verlassen. Am Ende einer gesamten EMDR-Therapie sollten vorher belastende Erinnerungen nicht mehr problematisch sein und eine gesunde Reaktion auslösen.

EMDR lässt sich hervorragend mit anderen Therapieformen kombinieren (klassisch: kognitive Verhaltenstherapie) und unterstützt die Verarbeitungsprozesse im Gehirn und im Körper.

Workshop Basiskurs EMDR (Grundlagen)

19. – 20.07.25, Sa. 9 – 18.00, So. 9 – ca. 17 Uhr

Kosten:

295 €

EMDR und Integrative Traumatherapie (Aufbaukurs)

wird neu terminiert, Sa. 09. – ca. 18.30 Uhr, So. 9 – ca. 15 Uhr

Der Aufbaukurs vertieft und erweitert die Techniken des EMDR mit weiteren Methoden. Zusätzlich wird Supervision zu den bisherigen Erfahrungen angeboten. Dieser Kurs ist nicht Teil der Basis-Komplettausbildung und kann zusätzlich bzw. als Wahlmodul gebucht werden.

Kosten

295 €